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Wir drehen uns im Kreis

Deutschland will bis 2020 Leitmarkt für Elektromobilität werden – oder zumindest Leitanbieter für die neue Technologie. So steht es im Regierungsprogramm Elektromobilität und wird gebetsmühlenartig von Medienvertretern, Politikern aller Couleur und verschiedenen Akteuren der Branche wieder gegeben. Doch was leisten wir dafür? Wir reden und disputieren wieder und wieder über unsere ambitionierten Ziele – auf den immer gleichen Symposien, Kongressen und Fachveranstaltungen mit den immer gleichen Experten. Wir drehen uns im Kreis: Wir beantworten nicht nur ständig die selben Fragestellungen, wir geben unsere Erkenntnisse auch immer wieder den selben Zuhörern preis.

Es gilt, jetzt gemeinsam aus diesem Kreislauf auszubrechen, um langfristig, nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln, neue Geschäftspartner zu identifizieren und letztendlich eine repräsentative Anzahl elektrischer Fahrzeuge auf unsere Straßen zu bringen. Denn am Ende des Tages geht es nicht um unsere fachliche Kompetenz, eloquente Reden und unsere großen Pläne sondern um praktische Lösungen, die im Alltag großflächig zum Einsatz kommen. Und das nicht erst 2020 sondern bestmöglich morgen.

Wir müssen jetzt raus auf die Straßen. In einem ersten Schritt bedeutet das, die Flotten öffentlicher Körperschaften und kommunalnaher Unternehmen sukzessive mit eFahrzeugen zu bestücken, um die Sichtbarkeit der Neuen Mobilität innerhalb der Gesellschaft deutlich zu erhöhen. Auch den nun ausgewählten Schaufensterregionen fällt vor diesem Hintergrund eine wichtige Aufgabe zu. Denn Erfahrbarkeit und Sichtbarkeit sind die Schlüsselargumente, mit denen die Menschen gesellschaftsübergreifend für Elektromobilität begeistert werden können. Wir sind gespannt, inwiefern die einzelnen Regionen hier die notwendige Aufklärungsfunktion übernehmen und die Bürger in ihre laufenden Projekte mit einbeziehen. Nur wenn wir die Menschen mitnehmen, kann sich ein entsprechender Markt für Elektrofahrzeuge aller Art etablieren.

Eine Leitanbieterposition werden wir zudem nur im globalen Kontext erreichen. Wir müssen jetzt auch international Zeichen setzen. Und glauben Sie mir, wir haben einiges zu zeigen. Deutsche Ingenieure, innovative Mittelständler und engagierte Unternehmen mit ihren Forschungsabteilungen leisten Großartiges auf dem Gebiet der Neuen Mobilität. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern und Partnern werden wir deshalb auf der diesjährigen Automechanika der Messe Frankfurt – dem führenden internationalen Branchentreffpunkt der Automobilindustrie – einem internationalen Publikum demonstrieren, was bereits heute im Bereich der Neuen Mobilität in Deutschland realisiert wird und welche technischen Entwicklungen aus unseren Reihen zu erwarten sind.

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.

Veröffentlicht am 24. Juli 2012