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Elektromobilität: Verbandspräsident Sigl wirft Regierung Versagen vor

Der Präsident des Bundesverbandes eMobilität (BEM) Kurt Sigl hat nach der Nationalen Konferenz Elektromobilität die Strategie der Bundesregierung in Sachen Elektromobilität heftig kritisiert.

»Die wenig konkreten Aussagen der Bundesregierung im Rahmen der Konferenz gleichen einem Offenbarungseid. Vor diesem Hintergrund sehe ich aktuell keine Chance für Deutschland zum Leitmarkt Elektromobilität zu werden«, sagte Sigl. Er monierte, dass von Bundeskanzlerin Angela Merkel lediglich eine mögliche Sonderabschreibung für gewerblich genutzte Fahrzeuge sowie verstärkte Anstrengungen bei der weiteren Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie in Aussicht gestellt wurden. »Grundsätzlich begrüßen wir eine solche Sonderabschreibung, sollte sie tatsächlich umgesetzt und nicht nur mit großen Worten angekündigt werden. In der aktuellen Niedrigzinsphase kann das aber nur ein erster Schritt eines sehr viel umfassenderen Maßnahmenpaketes sein, wenn Elektromobilität tatsächlich seitens der Bundesregierung aktiv unterstützt werden soll«, so der Verbandspräsident.

»Besonders ärgerlich ist, dass die Bundesregierung nach wie vor nicht verstanden hat, dass das Thema Elektromobilität nicht bei vier Rädern aufhört. Die Konferenz glich erneut einem reinen Automobilgipfel. Bereits heute findet Elektromobilität in sehr viel mehr Bereichen statt. So verfügen etwa der elektrische Zweiradbereich und der Öffentliche Personennahverkehr über erhebliche Potentiale zur Verbesserung des städtischen Verkehrs«, so der BEM-Präsident.

»Alarmierend war außerdem, dass bis dato in keinem der vorgestellten Förderszenarien das für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtige Thema der Batterieerforschung, -entwicklung und -produktion genügend Beachtung findet«, sagte Sigl.

Quelle: ⇢ AUTOMOBIL PRODUKTION

Veröffentlicht am 18. Juni 2015