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Retrofitting – eNutzfahrzeuge und eBusse

Ressourceneffizienz und Wirtschaftlichkeit

Vorsitz: Markus Emmert Wissenschaftlicher Beirat  BEM und Frank Müller Wissenschaftlicher Beirat BEM

Nächstes Treffen: 26. Juni 2019 – Berlin

Anmeldungen unter: ⇢ m.emmert@bem-ev.de; ⇢ frank.mueller@bem-ev.de
Anmeldebedingungen: schriftliche Anmeldung erforderlich
Tagungs-Rhythmus: quartalsweise2

Sonstiges:
– Die Arbeitsgruppe ist offen für BEM-Mitglieder und Nicht-Mitglieder1
– Die Arbeitsgruppe kann geschlossene Projekte enthalten3

Bereits im Energiekonzept hat sich Deutschland mit einer Reduktion des Endenergieverbrauchs im Verkehr um rund 40 % in 2050 gegenüber 2005 ehrgeizige Ziele gesetzt. Mit dem Klimaschutzplan 2050 zeigt die Bundesregierung nun den Weg zu einer weitgehenden Treibhausgasneutralität Deutschlands im Jahr 2050 auf, der auch industriepolitisch umgesetzt werden muss. Mit einer stärkeren direkten Nutzung von Strom aus Erneuerbaren Energien können im Verkehrsbereich fossile Treibstoffe und damit Treibhausgasemissionen eingespart werden (Sektorkopplung). Die ehrgeizigen Ziele für den Verkehrssektor, bis 2030 bereits eine Minderung des verkehrsbedingten CO2-Ausstoßes um mindestens 40 % zu erreichen, können daher maßgeblich durch den verstärkten Einsatz elektrischer Fahrzeugantriebe im Straßenverkehr ermöglicht werden.

Der tiefgreifende Wandel im Bereich der Mobilität und der Automobilindustrie muss durch geeignete industriepolitische Rahmenbedingungen und Anreize begleitet werden. Zugleich entstehen neue Handlungsfelder, wie u. a. die verstärkte Nutzung von Erneuerbarer Energie, neue Mobilitätskonzepte und Beiträge zur Stabilisierung der Stromnetze durch intelligentes Laden insbesondere von Elektroflotten.

Damit die ambitionierten Klimaziele erreicht werden und der Wandel zur elektrischen Mobilität gelingt, müssen Klimapolitik und Industriepolitik Hand in Hand gehen. Elektromobilität ist ein zentrales Mittel, um die klima- und energiepolitischen Ziele im Verkehrssektor zu erreichen – und damit ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer lebenswerten Umwelt und einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Im Fokus der Arbeitsgruppe stehen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die die energie- und klimapolitischen Potenziale der Elektromobilität erschließen und gleichzeitig zur Stärkung der Wettbewerbsposition deutscher Industriebranchen beitragen.

 

Aus industriepolitischer Sicht ist das Ziel, die Wertschöpfungsketten der Elektromobilität zu stärken. Entsprechend soll die etablierte Zusammenarbeit von Leitbranchen und Wissenschaft intensiviert und die Vernetzung zwischen den einzelnen Branchen gestärkt werden. Die Arbeitsgruppe soll dazu beitragen, die Gesamtsystemkosten der Elektromobilität im Bereich eBusse und eNutzfahrzeuge zu verringern, Hürden bei der Industrialisierung der neuen Technologie zu senken, Kaufhemmnisse abzubauen und die Elektromobilität wirtschaftlich in die Energiewende zu integrieren. Forschung und Entwicklung sind dabei so auszurichten, dass internationale Entwicklungen sowohl bei Technologien als auch bei Normen und Standards berücksichtigt werden, um möglichst interoperable Lösungen zu erhalten.

Feldversuche unter Alltagsbedingungen liefern wichtige Erkenntnisse bezüglich der Wirtschaftlichkeit und des Potenzials der Elektromobilität zur Unterstützung der Energiewende, der Reduktion der CO2-Emissionen, des Ressourcen- und Energiebedarfs und der lokalen Umweltbelastungen des Straßenverkehrs. Die Erprobung der Elektro- und Plug-In-Hybrid-Antriebe im realen Betrieb gibt Aufschlüsse hinsichtlich Technologiereife und Nutzerakzeptanz und leistet damit einen wichtigen Beitrag für ihre zielgerichtete Weiterentwicklung und für die Einschätzung ihrer künftigen Marktentwicklung.

Da Elektroantriebe aufgrund ihrer lokalen Emissionsfreiheit vor allem in Städten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten, sind eBusse und eNutzfahrzeuge von besonderem Interesse, da diese die städtebauliche und stadtplanerische Aspekte (insbesondere des Straßenraums) berücksichtigen und Verbindungen zu umweltorientierten multimodalen Verkehrskonzepten aufweisen.

Für eine nachhaltige Elektromobilität sind die Ermittlung des Rohstoffpotenzials und die frühzeitige Entwicklung einer Ressourcenstrategie zwingend erforderlich. Denn hier werden zum Teil Rohstoffe benötigt, die nur begrenzt in der Erdkruste verfügbar sind und deren geographische Verteilung langfristig zu Lieferschwierigkeiten führen könnte. Daher muss der Bezug der entsprechenden Rohstoffe und vor allem deren Wiedergewinnung und Wiederverwertung durch effiziente Maßnahmen sichergestellt werden. Dies ist von hoher strategischer Bedeutung für die Entwicklung der Elektromobilität und zwar insbesondere für ressourcenärmere Produktionsstandorte.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeitsgruppe besteht darin die Wertschöpfungsketten der Elektromobilität im Bereich der Produktion zu steigern.
Wegen der immer noch geringen Stückzahlen dominieren bei der Produktion von Elektrofahrzeugen (eFahrzeugen) und ihren Komponenten Kleinserien in fragmentierten Wertschöpfungsketten mit entsprechend hohen Aufwänden für Produktentwicklung und Produktionsplanung. Dadurch sind der Kaufpreis höher, der Einsatz von Ressourcen nicht optimal und die Hürden für die Etablierung neuer Technologien unter dem globalen Wettbewerbsdruck höher.

Die Arbeitsgruppe konzentriert sich darauf, die Herstellungskosten der eFahrzeuge und ihrer Komponenten durch effiziente, flexible, robuste und skalierbare Produktionen zu senken, den Innovationsprozess zu beschleunigen und zu unterstützen und die technologische Komplexität zu beherrschen. Dabei stehen u.a. folgende Themen im Zentrum:

  • Modulare, flexible Montageanlagen / Fabriken für Karosserie und Antriebsstrang (u.a. Verfahren für die Fertigung von eFahrzeugen in bestehenden Produktionssystemen für konventionelle Fahrzeuge)
  • Planung der Fahrzeugmontage ohne starre Taktung unter Nutzen des Antriebs (z.B. für teilautonomes Fahren in der Stadt) und der Bordsysteme (Datenhaltung, Traceability, Vernetzung) während der Produktion
  • Entwurfsverfahren, die eine kostengünstige Produktion (Production by Design) und/oder einen schnellen Produktionsanlauf gestatten
  • prozessübergreifende Steigerung der Energie- und Materialeffizienz in der Produktion für Elektromobilität

Retrofit-Lösungen sollen vor allem die Hürden der höheren Anschaffungskosten bei Neufahrzeugen senken, die Lieferzeiten verkürzen und die Ressourcen durch eine intelligente Wiederverwertung schonen bzw. senken.

Vor Allem bezugnehmend auf den aktuellen Lieferengpass kann eine Retrofit-Strategie diesem positiv entgegenwirken und den Markt / Nachfrage entsprechend befriedigen.

Im Fokus steht die Förderung von Retrofit-Lösungen sowie die Förderung von geeigneter Ladeinfrastruktur und dem erforderlichen Netzanschluss, um eine Funktionalität nachweisen und gewährleisten zu können.

1) Nicht BEM-Mitglieder sind im Prinzip zugelassen. Die Bedingungen erhalten Sie auf Anfrage beim Vorstand oder beim Vorsitzenden der jeweiligen Arbeitsgruppe.

2) Die Teilnehmer der jeweiligen AG beschließen den regelmäßigen Rhythmus der Treffen.

3) Bei geschlossenen Projekten besteht die Möglichkeit sich schriftlich, unter Angabe des Grundes, zu bewerben. Über die Aufnahme entscheiden die Projektbeteiligten einstimmig.

HINWEIS: Nimmt ein Teilnehmer zum zweiten Mal in Folge nicht an einer Sitzung teil, kann er als Teilnehmer von der Arbeitsgruppe entfernt werden. Eine Wiederaufnahme kann auf Antrag gewährt werden.

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