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BEM-Pressemitteilung: BEM fordert Neuregelung bei der Besteuerung von Dienst-Fahrrädern

Berlin. 21. Mai 2012. Der Bundesverband eMobilität (BEM) setzt sich für die Verbreitung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Neuen Mobilität ein. Um dieses Ziel zu erreichen, ist neben der Umstellung auf Elektromobilität insbesondere auch eine intelligente Verbindung der Verkehrsträger notwendig, die den Einsatz von Zweirädern als Alternative zum Automobil berücksichtigt.

»In der Vergangenheit wurde deutlich, dass einige unserer Mitgliedsunternehmen gewillt sind, Elektrofahrräder als Dienstfahrzeuge für ihre Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, hiervon jedoch aufgrund der derzeitigen steuerlichen Regelung für die Überlassung von Nicht-Kraftfahrzeugen von Unternehmen an deren Mitarbeiter absehen. Da diese Regelung die Verbreitung von Elektrofahrzeugen als Dienstfahrzeuge behindert, unterstützen wir die Initiative unseres Mitgliedsunternehmens LeaseRad zur Neuregelung der Besteuerung von Dienst-Fahrrädern«, so BEM-Marketingvorstand Christian Heep.

Seit Einführung der sogenannten 1%-Regel existiert für Kraftfahrzeuge eine eindeutige und praktikable Regelung der Versteuerung des privaten Nutzungsanteils von Dienstwagen. Plant ein Unternehmen die Überlassung von Fahrrädern oder Pedelecs, die keine Kraftfahrzeuge sind, so setzt die Finanzverwaltung die gesamte Leasingrate als zu versteuernden Sachbezugswert gem. § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG an. Diese Handhabung mag zwar mit dem Wortlaut des Einkommensteuergesetzes vereinbar sein, stellt aber eine klare Benachteiligung des Verkehrsmittels Fahrrad dar. Beim Pkw wird durch die 1%-Regel ohne weiteren Nachweis ein Privatnutzungsanteil von 30 bis 35% unterstellt. Der Ansatz der vollständigen Leasingrate zzgl. Nebenkosten beim Fahrrad würde einem Privatnutzungsanteil von 100% entsprechen. Da ein Dienstfahrrad zu einem großen Teil für dienstliche Fahrten genutzt werden kann und soll, ist eine pauschale Unterstellung einer 100% privaten Nutzung unseres Erachtens nicht angemessen. Vielmehr sollte schon aus Gleichbehandlungsgründen der gleiche 30 bis 35%-Privatnutzungsanteil wie beim Pkw unterstellt werden, der ebenso für die als Kraftfahrzeug geltenden S-Pedelecs zur Anwendung kommt.

»In einem Brief an die zuständigen Abteilungsleiter des Bundesministeriums der Finanzen, des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit haben wir jetzt gemeinsam mit LeaseRad auf die Problematik aufmerksam gemacht und angeregt, von der Regelung des § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG Gebrauch zu machen und gemeinsam mit den Landesfinanzministerien eine bundeseinheitliche Festsetzung des Sachbezuges eines Fahrrades/Pedelecs vorzunehmen. Eine Festsetzung auf 1% des auf volle hundert Euro abgerundeten Bruttolistenpreises halten wir vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung der Verkehrsträger für dringend notwendig. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit, durch eine 0%-Besteuerung von privat genutzten Dienst-Fahrrädern/Pedelecs, einen Marktanreiz für Unternehmen zu schaffen und ein aktives Zeichen zur Förderung alternativer Fortbewegungsmöglichkeiten zu setzen«, erklärt Heep. »Wir sind sicher, dass eine solche Festsetzung des eindeutigen Sachbezugswertes die Attraktivität des Einsatzes von Fahrrädern/Pedelecs in Firmen, Verwaltungen und Organisationen deutlich erhöht. Damit wäre ein einfacher, kostengünstiger und sehr wirkungsvoller Schritt in Richtung der umwelt-, verkehrs- und gesundheitspolitischen Ziele der Bundesregierung möglich.«

Über den Bundesverband eMobilität e.V. (BEM)
Der Bundesverband eMobilität setzt sich dafür ein, die Mobilität in Deutschland mit dem Einsatz Erneuerbarer Energien auf Elektromobilität umzustellen. Zu den Aufgaben des BEM gehört die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der eMobilität als nachhaltiges und zukunftsweisendes Mobilitätskonzept und die Durchsetzung einer Chancengleichheit bei der Umstellung auf Elektromobilität. Um diese Ziele zu erreichen, vernetzt der BEM die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Medien miteinander, fördert die öffentliche Wahrnehmung für Elektromobilität und setzt sich für die nötigen infrastrukturellen Veränderungen ein.

Pressekontakt
Juliane Girke
PR-Referentin
Bundesverband eMobilität e.V
Fon 030 8961 0800
juliane.girke@bem-ev.de

Bei Veröffentlichung wird um ein Belegexemplar gebeten.

Veröffentlicht am 21. Mai 2012