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Wohnwagen mit eAntrieb

02. März 2021 / Tagesspiegel Background von Jens Tartler / mit Markus Emmert

Wenn das Elektroauto der Normalfall wird – was geschieht dann mit Wohnwagen und gewerblichen Anhängern? Sie werden einen eigenen eAntrieb erhalten. Die Branche hat die Technik entwickelt und arbeitet jetzt an der Zulassung der eTrailer.

BEM-Vorstandsmitglied Markus Emmert befasst sich seit sechs Jahren damit. Auslöser war für ihn eine eRally mit Anhänger quer durch Europa. Seit drei Jahren gibt es im BEM eine Arbeitsgruppe mit derzeit 71 Teilnehmer:innen, darunter Wohnwagenhersteller wie Hymer und Knaus Tabbert, die Fahrzeughersteller VW und MAN, die Zulieferer Bosch und ZF sowie mehrere Hochschulen.

Aber auch wenn die Trailer mal rollen, bleibt ein scheinbar banales, aber gravierendes Problem: Die heutigen Ladepunkte sind in den meisten Fällen Sackgassen. Das heißt, das E-Auto fährt vorwärts an die Säule, wird geladen und fährt rückwärts wieder weg.

Notwendig seien deshalb Drive-through-Ladesäulen. Einige Ladesäulenbetreiber wie EnBW und Fastned haben das Problem erkannt und bieten bereits solche Ladepunkte an. Das Bundesverkehrsministerium hat das Thema zum Beispiel im Schnellladegesetz berücksichtigt. »Das ist auch wichtig für elektrische Nutzfahrzeuge«, betont Emmert.

Emmert und seine Kolleg:innen aus der zuständigen Arbeitsgruppe »eMobilität & Anhänger« sind gerade in ersten Gesprächen mit den Fachleuten im Europäischen Parlament. Spätestens im Herbst 2022 soll die EG-Klassifizierung stehen. Dann könnte die Zulassung durch das Kraftfahrt-Bundesamt und die Aufnahme in die Straßenverkehrsordnung schnell folgen. 2023 sollen die ersten eTrailer zugelassen werden. Parallel bearbeitet der BEM auch noch gemeinsam mit dem Verband der Automobilindustrie die UN-Gremien in Genf, um das Problem global anzugehen.

⇢ Den Artikel finden Sie hier
⇢ BEM-Arbeitsgruppe eMobilität & Anhänger

Veröffentlicht am 02. März 2021