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Umlage als effektive Fördermöglichkeit

Der Schlüssel zum Erfolg der Elektromobilität?

»Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrfach Förderforderungen verlangt, um die Einführung der eMobilität in Deutschland gezielt und intelligent zu beschleunigen. Die derzeitige politische Förderablehnung führt ganz bestimmt nicht dazu, dass wir einen Erstmarkt für Elektromobilität darstellen können oder gar Leitmarkt oder Leitanbieter werden. Neben dem Verlust von Wertschöpfung, sehen wir insbesondere das Ziel der Bundesregierung – eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020 – erheblich gefährdet«, betont Christian Heep, Vorstand Marketing beim Bundesverband eMobilität. »Wir benötigen einen gesamtgesellschaftlichen Konsens dahingehend, dass langfristig eine nachhaltige CO2-neutrale Mobilität tatsächlich gewünscht ist.«

Mit der Einführung marktreifer Serienprodukte, steigender Nachfrage und erhöhten Produktionszahlen sinken die Kosten für Elektrofahrzeuge aufgrund von Skaleneffekten deutlich – und das nicht erst in zehn Jahren. Bis dieses Szenario jedoch realistisch wird, gilt es, die existierende Kostenlücke gegenüber konventionellen Fahrzeugen zu kompensieren und sinnvoll aufzufangen. »Wir müssen der Politik ein Instrument an die Hand geben, dass die entstehende Kostenbelastung sinnvoll substituiert und sich gleichzeitig selbst reduziert«, so BEM-Vorstand Christian Heep.

»Nehmen wir exemplarisch einmal die EEG-Novelle von 2004. Es hat sich gezeigt, dass eine anfängliche Förderung massiv dazu beitragen kann, dass sich grüne Technologien durchsetzen und wettbewerbsfähig werden können. Der Ausbau der Erneuerbaren kam sogar für einige schneller als geplant, was die aktuelle politische Diskussion deutlich zeigt. Dieses Vorbild der Förderung auf Basis eines Umlageverfahrens kann aber auch der Schlüssel zum Erfolg der Elektromobilität werden«, erklärt Heep und macht deutlich, dass mit einer solchen Umlage auf die Halter herkömmlicher Fahrzeuge eine effektive Fördermöglichkeit für die Elektromobilität geschaffen werden kann.

»Ab dem Zeitpunkt, an dem die Politik erkennt, dass es langfristig keine Alternative zu einer nachhaltigen Neuen Mobilität auf Basis Erneuerbarer Energien gibt, kann sie die »unerwünschten« Mobilitätsteilnehmer entsprechend zur Finanzierung, zum Beispiel in Form einer moderaten und CO2-abhängigen Erhöhung der Kfz-Steuer, heranziehen.«

Die vom Bundesverband eMobilität formulierte Förderforderung, die anfänglich 5.000 Euro jeweils für den Hersteller und den Käufer vorsieht, kann mit Hilfe dieses Umlageverfahrens bereits mit 10 bis 60 Euro pro Jahr und Kfz – bei einem Gesamtfahrzeugbestand von über 40 Millionen und einem angenommenen Elektrofahrzeuglebenszyklus von nur 8 Jahren – ohne zusätzliche Belastung des Staatshaushaltes realisiert werden.

»Im Sinne der Vorteile und Möglichkeiten in Bezug auf Klimaund Umweltschutzpotenziale, weniger Abhängigkeit vom steigenden Ölpreis, sauberer Luft und weniger Lärmemission ist das eine durchaus akzeptable Mehrbelastung für Halter konventioneller Fahrzeuge. Das ist genau der gewünschte, notwendige Beschleunigungseffekt, den wir brauchen, um ein sichtbares internationales Zeichen zu setzen«, betont Heep und macht damit deutlich, dass es zum jetzigen Zeitpunkt einer maximalen Unterstützung als initialen Meilenstein für eine Neue Mobilität bedarf, um die gesteckten Ziele in echte Chancen für Deutschland zu verwandeln.

»Rein kalkulatorisch finden sich damit nicht nur die ursprünglich vom BEM geforderten 250.000 Elektrofahrzeuge sondern mindestens eine Million, in der Berechnung wieder. Die zu erwartenden Überschüsse, die aufgrund von Skaleneffekten und entsprechenden Förderanpassungen entstehen, können zudem für den sinnvollen Aufbau von Ladeinfrastruktur, den Ausbau zusätzlicher Erneuerbarer Energien und die Anpassung des Stromnetzes hin zum einem Smart Grid der Zukunft verwendet werden«, so Heep.

Die Umlageförderung verhält sich mit zunehmender Etablierung der Elektromobilität automatisch degressiv und wird unerwartete eigendynamische Prozesse in Gang setzen, sodass bei überschaubaren Gemeinkosten und ohne zusätzliche Belastung des Staatshaushaltes eine sichtbare und richtungsweisende Entwicklung stattfinden wird, die international Nachahmung erfährt.

»Mit unserem Vorschlag der Umlageförderung möchten wir einen konstruktiven Vorschlag in die Diskussion einbringen, um den politischen Diskurs über intelligente Fördermaßnahmen im Bereich der Neuen Mobilität in Gang zu setzen.«

Veröffentlicht am 13. August 2012