Folgt uns auf

BEM-NEWSLETTER NR. 121 / NOVEMBER 2016

BEM-NEWSLETTER NR. 121 / NOVEMBER 2016

Hier können Sie sich die Online-Version des Newsletters ansehen:
BEM-NEWSLETTER NR. 121 / NOVEMBER 2016

nl_121

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe BEM-Mitglieder, Hallo,

das im Bundesrat vorgeschlagene und in den Medien viel besprochene Dieselverbot ist tendenziell aus einer Vielzahl von Gründen ein guter Ansatz, der in den Parlamenten von Norwegen, Holland, Österreich und Indien schon länger diskutiert wird. Selbstverständlich wird der Vorschlag heftig torpediert und es bleibt vorerst mehr als fraglich, was daraus wird. Im weiter unten verlinkten ARD-Beitrag wird zudem deutlich, dass grosse Teile unserer Wirtschaft und unserer Politik von einer Mobilitätswende noch sehr, sehr weit entfernt sind.

Und warum erst 2030..? Das sind noch über 13 Jahre. Nur eine weitere Ankündigung, die im Kern jetzt nichts relevantes erreicht, sondern das NOx-Problem und seine Lösung um über ein Jahrzehnt verschiebt..! Und warum muss es über ein Verbot geregelt werden..? Verbote kann man zurücknehmen. Was wir brauchen ist eine Politik, die über eine entsprechende Gesetzgebung und die Schaffung von Rahmenbedingungen eine nachhaltige Neue Mobilität fördert und die fossile Mobilität als eine Technologie ansieht, die weniger wünschenswert ist.

Bis 2030 müssen wir die Mobilitätswende erfolgreich abgeschlossen haben, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen – nicht dann erst damit anfangen. Wer jetzt noch Milliarden in die nächste Dieselgeneration investiert, dem muss klar sein, dass seine Produkte sich nicht mehr wirtschaftlich verkaufen lassen werden. Es bräuchte gar kein Verbot, wenn Einigkeit darüber bestünde, welches die erwünschtere und welches die unerwünschtere Mobilität sein soll. Das ist der Kern. Mehr braucht es nicht. Alles andere regelt sich dann von ganz alleine. Damit entscheidet sich die Mobilitätswende an einer Tendenz. Genau wie die Energiewende, die Wärmewende und alles andere, was wir erreichen möchten.

Denn dann wird klar, dass eine Förderung auf Dieselkraftstoffe iHv. 7 Milliarden Euro pro Jahr keinen Sinn mehr macht. Eine Förderung für Dieselbusse ebensowenig. Dann wäre der Umgang mit der maßlosen Überschreitung von Grenzwerten – sei es in Städten, bei Fahrzeugen, in Kitas oder in unsere aller Lungen – erstaunlich einfach: Nämlich schlicht und einfach nicht tragbar. Genau so wenig wie luftverpestende, laute und ineffiziente Zweitakter. Dann würde eine blaue Plakatte sich nicht in Rauch auflösen. Eine CO2-basierte KFZ-Steuerreform, die emissionsarme Antriebskonzepte gegenüber fossilen besser stellt und die externen Kosten, Gesundheitsrisiken und Umweltfolgeschäden bei der Berechnung adäquat berücksichtigt, würde in der Gesellschaft und im Bundestag diskutiert – und zwar nicht, ob sie kommen wird oder nicht, sondern wie genau und wie schnell sie umgesetzt wird und was mit den Mehreinnahmen in Milliardenhöhe gemacht werden soll.

Kommunen und kommunalnahe Flotten beteiligen sich natürlich genau so an der Mobilitätswende wie alle Politiker auf Landes- und Bundesebene, die selbstverständlich ab Anfang 2017 per Beschluss des Bundestages – insbesondere aber aus ihrer eigenen Überzeugung heraus – nur noch emissionsfrei auf Basis Erneuerbarer Energien unterwegs sind. Jeder fossile Behördenkauf wird auf TCO-Basis begründen müssen, warum kein emissionsfreies Fahrzeug angeschafft wird – es gibt bereits Städte, die das so handhaben. Das wird dann überall gelten.

Verkauf und Anschaffung veralteter Technologie, die Mensch und Umwelt schädigt, obwohl es bereits fortschrittlichere Konzepte auf dem Markt gibt, muss deutlich erschwert werden und teuer bis unwirtschaftlich sein.

Viel Spaß beim Lesen, bleiben Sie elektromobil.
Ihr BEM-Präsident Kurt Sigl, BEM-Vize-Präsident Christian Heep und Vorstand Markus Emmert

⇢ BEM-Webseite
PDF-Download BEM-Imagebroschüre

nl_121_raeber_banner

Anzeige / BOOKANDPLAY / www.bookandplay.de

Die Automobilbranche durchlebt gerade schwierige Zeiten. Jedoch birgt jede Krise auch die Möglichkeit eines erfolgreichen Richtungswechsels. Die Zeit der luftbelastenden und energieverschwendenden Fortbewegung ist vorbei. Jetzt sind die emissionsarmen oder gänzlich emissionsfreien Antriebskonzepte dran. So kam der Skandal um den Einsatz illegaler Software zur Schönung der Abgaswerte bei Volkswagen gerade zur richtigen Zeit.

Droht doch den deutschen Autobauern durch ihr Festhalten am Verbrennungsmotor und eine eher stiefmütterliche Behandlung der Elektromobilität der Verlust ihrer Spitzenposition. Ganz oben stehen längst andere. Jetzt gibt es die Chance, durch einen Kurswechsel wieder zur weltweit führenden Automobilnation zu werden. Eine Wende scheint auch angebracht, weil klar wird, dass ein Festhalten an den bisherigen Technologien nicht ausreicht, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Schon jetzt ist es kaum möglich, gesetzlich vorgegebene Grenzwerte einzuhalten, und die werden in den nächsten Jahren wegen des zunehmenden Klimaschutzes weiter verschärft.

»Diese Krise bedeutet das Ende der gesamten Automobilwirtschaft, wie wir sie kennen. Und das ist gut so. Denn noch ist es möglich, unseren elektromobilen Rückstand in der Welt aufzuholen. Damit verbessern sich unsere Chancen auf ein in der Zukunft marktfähiges Produkt enorm: Elektroautos, die weltweit gekauft werden. Das bedeutet den Erhalt von Wertschöpfung, Arbeitsplätzen und Wohlstand. Noch können die deutschen Hersteller den notwendigen Turnaround rechtzeitig einleiten«, so BEM-Vize-Präsident Christian Heep, für den aufgrund der Tragweite der Krise »nun endlich die Stunde der Elektromobiliät gekommen ist«.