Folgt uns auf

5. BEM-Roundtable

Elektromobilität in den Medien

Auf Einladung vom Bundesverband eMobilität kamen am 15. März zahlreiche Presse- und Medienvertreter in der Berliner Repräsentanz der EWE AG zu einem konstruktiven Austausch mit verschiedenen Experten aus der Elektromobilitätsbranche zusammen. Als Ansprechpartner standen neben Fachleuten aus Wirtschaft, Politik und Forschung auch die BEM Vorstände Kurt Sigl und Christian Heep zu einem intensiven Austausch über eine Neue Mobilität bereit.

Ziel des Roundtables war die Entkräftung von Vorbehalten und Berührungsängsten gegenüber der eMobilität. Vorhandene Wissenslücken wurden durch Vorträge sowie durch zwanglosen Austausch mit den anwesenden Experten abgebaut. Zudem wurde den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, elektromobile Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln, da u.a. ein Tesla Roadster, der EWE E 3, ein Smart ed, ein iBullit und ein ELMOTO zur Verfügung standen, die vor der herrlichen Kulisse des Brandenburger Tors gefahren werden konnten. Auch der notwendige Aufbau von Ladeinfrastruktur wurde thematisiert: Die Experten von Swarco Traffic Systems erläuterten und demonstrierten anhand eigens aufgestellter Ladesäulen des EnergieParken-Systems, wie innovative und anbieteroffene Ladetechnik aussehen kann.

Dass Elektromobilität nicht nur ein Thema für Fahrzeughersteller ist, bestätigte auch Gastgeberin Anja Wieben von der EWE AG. »Uns geht es um die intelligente Integration von Erneuerbaren Energien ins Gesamtsystem. Die Batterien von Elektrofahrzeugen können als mobile Stromspeicher einen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele leisten«, erläutert Anja Wieben das Engagement der EWE, das etwa auch in der gemeinsam mit Karmann vorangetriebenen Entwicklung des Elektroautos E3 Ausdruck fand.

BEM-Präsident Kurt Sigl betonte in seiner Einführung, dass eine Umstellung der Individualmobilität bereits heute zu großen Teilen möglich wäre: »Alle weltweiten Versuchsprojekte mit Elektroautos haben ergeben, dass die Nutzer Ihre Alltagsmobilität problemlos bewältigen können. Die oft geführte Reichweitendiskussion ist daher völlig überflüssig, die Menschen sind schon heute bereit für die Elektromobilität. Daher glauben wir auch, dass bis 2020 nicht nur eine, sondern vier bis fünf Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu sehen sein werden.“

Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Elektromobilitätsagentur eMO, verdeutlichte daraufhin die Berliner Perspektive: »Die Etablierung der Elektromobilität bietet für die Region Berlin/Brandenburg unglaubliche wirtschaftliche Chancen, sowohl bei der Ansiedlung von Industrie und der Schaffung von Arbeitsplätzen als auch im touristischen Bereich. Zudem kann die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen entscheidend zur Verminderung klassischer urbaner Probleme wie hoher Schadstoff- und Lärmbelastung beitragen.«

Der Vortrag von Christian Förster vom TÜV NORD Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität thematisierte die Messung von Energieverbräuchen beim Elektroauto. Er machte deutlich, dass das Elektroauto selbst bei Zugrundelegung des durchschnittlichen deutschen Strommixes insbesondere im Stadtverkehr erheblich weniger Schadstoff- und Treibhausgasemissionen verursacht. Allerdings verwies er auch auf das Problem, dass heutige Elektroautos im Winter mehr Energie als in wärmeren Jahreszeiten verbrauchen. Sein Schluss: »Analog zu Passivhäusern brauchen wir besser gedämmte Fahrzeuge, quasi Niedrigenergieautos.«

»Wenn Elektrofahrzeuge mit Strom aus Erneuerbaren Energien beladen werden, liegen die Emissionen der Fahrzeuge sogar bei quasi Null. Damit bietet sich uns auf Dauer die Chance zu einer wirklich nachhaltigen Erfüllung unserer Mobilitätsbedürfnisse« ergänzte der Bundesverband eMobilität die vorangegangen Beiträge. »Insbesondere im urbanen Raum sollte Elektromobilität stark forciert werden. Die Reichweiten der aktuellen Fahrzeuge sind dort schon heute problemlos ausreichend, zudem kann in leisen und sauberen Städten ein deutliches Stück Lebensqualität dazugewonnen werden.«

Bei der anschließenden Fragerunde diskutierten die Teilnehmer zahlreiche weitere Aspekte der Elektromobilität, von Standardisierungsfragen über mögliche Sicherheitsprobleme durch Geräuscharmut, über die im Vergleich zum Gesamtverbrauch geringen erforderlichen Strommengen von gerade einmal 0,3 % der Gesamtstromproduktion bei 1 Mio. Elektrofahrzeuge bis hin zur Frage nach möglichen Förderungen und die Entwicklungen in China und dem Rest der Welt.

Mit dem 5. BEM-Roundtable gelang es, eine offene und sachliche Diskussion und einen konstruktiven Austausch zwischen Medien- und Expertenwelt in Gang zu setzen und zu einer realistischen Darstellung der schon heute umsetzbaren Möglichkeiten der eMobilität in den Medien beizutragen.

Veröffentlicht am 21. Februar 2011