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Energie- und Mobilitätswende müssen gemeinsam gedacht werden

Der Verkehrssektor in Deutschland hat einen Anteil am Endenergieverbrauch von etwa 30 Prozent. Auch der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß ist mit circa 20 Prozent erheblich. Berücksichtigt man zudem die seit Jahren steigende Verkehrsleistung, so machen die Zahlen deutlich: Energie- und Mobilitätswende müssen gemeinsam gedacht und angepackt werden.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt, um die Verkehrswende erfolgreich und nachhaltig einzuleiten, ist die sukzessive Elektrifizierung der Flotten von Bund, Ländern und Kommunen. Das Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand liegt Schätzungen zufolge bei etwa 480 Milliarden Euro im Jahr. Die Politik kann damit gezielte Nachfrageimpulse nach innovativen und nachhaltigen Produkten setzen und ihnen so den Weg zum Massenmarkt ebnen. Gegenwärtig sind in Deutschland etwa drei Millionen Fahrzeuge in öffentlichen Flotten und Fuhrparks unterwegs. Wenn die öffentliche Hand hier auf saubere Antriebe umsteigt, setzt sie damit ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige, bereits heute alltagstaugliche Neue Mobilität.

Von der EU bis zu den Kommunen sind die verschiedenen Regierungsebenen mittlerweile bemüht, durch rechtliche Vorgaben Rahmenbedingungen zu etablieren, die die Beschaffung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in öffentlichen Fuhrparks erleichtert und dadurch die Entwicklung eines Marktes für saubere und energieeffiziente Fahrzeuge beschleunigt. Durch einen auf diese Weise gesteigerten Absatz können letztlich auch die Kosten der Fahrzeuge sinken (Skaleneffekte) und diese für die breite Masse preislich attraktiver werden.

Vorreiter sind hier aktuell die Städte Hamburg und Dortmund, die in ihren Beschaffungsrichtlinien eine Begründungsklausel aufgenommen haben, die den Einsatz von Elektrofahrzeugen in ihren Dienstflotten begünstigt. So müssen die Beschaffungsmanager der zwei Städte zukünftig darlegen, warum statt eines emissionsarmen Fahrzeugs mit alternativem Antrieb ein herkömmlich motorisiertes Fahrzeug angeschafft werden soll. Hierbei werden alle Kosten, die über den gesamten Lebenszyklus (Total Cost-of-Ownership, TCO) anfallen – einschließlich der Betriebskosten – mit eingerechnet. Da z.B. Elektrofahrzeuge im Betrieb deutlich günstiger sind, als konventionelle Fahrzeuge, kann die TCO-Analyse leicht zu Gunsten eines Elektrofahrzeugs ausfallen. Es bleibt zu hoffen, dass weitere Kommunen, Städte und auch der Bund diesem Beispiel künftig folgen und sich eine emissionsarme Mobilität auf diese Weise flächendeckend in unseren öffentlichen Fuhrparks durchsetzen wird.

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.