Bundesverband eMobilität e.V.

Wir bewegen..

Von der Euphorie zur praktischen Umsetzung

Die Zeit des Systemwechsels hat begonnen. Darin bestätigt mich die Vielzahl an neuen Playern, die sich aktuell aufstellen, um die Neue Mobilität aktiv und sichtbar auf den Weg zu bringen. Der stetige Zulauf an neuen Mitgliedern mit einer immensen Branchenvielfalt zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. All diese Akteure haben Ihre Chancen auf dem Zukunftsmarkt Elektromobilität erkannt und agieren dementsprechend. Gemeinsam haben wir uns viel für dieses Jahr vorgenommen. Ein Jahr, das sehr viel mehr im Zeichen der Evolution anstatt der Revolution steht.

Ich persönlich begrüße diese Entwicklung sehr und kann mich nur über die aktuelle Schwarzmalerei verschiedener Entscheider und Medienvertreter wundern. Denn glaubt man etwa dem Chefredakteur der ADAC Motorwelt Michael Ramstetter, dem Autoexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer oder dem Autovermieter Erich Sixt, dann bleibt der Wunsch nach einer Neuen Mobilität ein unendlich langer Traum. Hier muss ich vehement widersprechen. Gemeinsam werden wir etwas bewegen – und das nicht erst ab 2020.

Die Richtung ist vorgegeben. Wir wissen wohin der Weg führt. Es ist jetzt an der Zeit, von der anfänglichen Euphorie – sowohl auf medialer als auch politischer Ebene – zur praktischen Umsetzung zu gelangen. Nicht durch große Reden werden wir den Verkehr zunehmend elektrifizieren, sondern durch konkrete Maßnahmen, die auf der einen Seite die entsprechenden politischen, finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen und auf der anderen Seite die Verbraucher – und hier in einem ersten Schritt die öffentlichen Körperschaften – zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen animieren und motivieren.

Insbesondere die Politik muss nun auch aktiv Zeichen setzen. Sowohl in Bezug auf die Integration von Elektrofahrzeugen in Ihren eigenen Fuhrparks und Fahrdiensten als auch in der finalen Umsetzung der Vielzahl an ankündigten Maßnahmen im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität. So hat die Bundesregierung es beispielsweise bisher nicht geschafft, die Nachteile der Elektroautos bei der Dienstwagenbesteuerung auszugleichen obwohl dies bei der Vorstellung des Regierungsprogramms Elektromobilität im Mai 2011 als entscheidender Punkt des Maßnahmenpakets angekündigt wurde.

Durch diese Unsicherheit konterkariert die Bundesregierung ihre eigenen Ziele, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu realisieren. Die erfolgreiche Marktdurchrdingung wird zu Beginn stark über Firmenflotten laufen. Solange die steuerrechtliche Benachteiligung durch die 1%-Reglung aber derart eklatant ist, bleiben Elektroautos als Dienstwagen unattraktiv. Das BEM-Mitgliedsunternehmen juwi etwa gleicht seinen Mitarbeitern den Nachteil derzeit aus eigener Tasche aus. Aber nicht alle Unternehmen sind bereit, für die Rolle als Vorreiter solche Hürden zu überwinden. Hier ist jetzt die Politik gefragt. Überraschen Sie mich..

Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V.