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Big Data – Blockchain – Neue Mobilität

Die Neue Mobilität ist digital und vernetzt

Vorsitz: Markus Emmert Wissenschaftlicher Beirat BEM

Nächstes Treffen: offen / 2019 in Berlin (Kick-Off-Meeting)

Anmeldungen unter: ⇢ markus.emmert@bem-ev.de
Anmeldebedingungen: schriftliche Anmeldung erforderlich
Tagungs-Rhythmus: zweimonatlich2

Sonstiges:
– Die Arbeitsgruppe ist offen für BEM-Mitglieder und Nicht-Mitglieder1
– Die Arbeitsgruppe kann geschlossene Projekte enthalten3

Macht die Blockchain-Technologie neue Wege frei im Bereich der Elektromobilität..? Können dezentrale, über ein breites Netzwerk gesteuerte Abläufe nutzbar gemacht werden, um die individuelle Mobilität auf der Straße auf elektrifizierte Fahrzeuge und nachhaltige Energieressourcen umzustellen?

Im Allgemeinen bezeichnet Elektromobilität (auch eMobilität oder eMobility) die Nutzung von elektrifizierten Fahrzeugen für die individuelle Mobilität. Sie setzt auf eine Antriebsform jenseits oder in hybrider Ergänzung des Verbrennungsmotors und basiert auf der Speicherung von Energie, die in Speichermedien (Batterien) im Fahrzeug verbaut sind.

Die Elektromobilität gilt als zentrales Element eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems auf Basis erneuerbarer Energien.

Neben dem primären Vorteil – der lokalen Abgas-Emissionsfreiheit – ergeben sich jedoch auch kundenrelevante Nachteile. Hier ist in erster Linie die nach wie vor im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor eingeschränkte Wegstrecke, die man mit einem Elektrofahrzeug mit einer Tankfüllung fahren kann. Es gilt daher eine Infrastruktur zu schaffen, die ein intelligentes Aufladen der Batterien des Fahrzeugs ermöglicht.

 

Wo könnte Blockchain ins Spiel kommen?

Auch kurzfristiges Aufladen in der Peripherie will bezahlt werden. Die Betreiber der Ladestationen müssen den Aufbau und Betrieb der Infrastruktur finanzieren – und gegenfinanzieren können. Hier entstehen derzeit interessante Konzepte.

Dabei setzen die Entwickler auf die Ethereum-Blockchain. Sie wollen dem Verwender so eine „on-the-go“-Bezahlung der Ladegebühren ermöglichen.

Das Konzept vereint – grob gesprochen – drei Industriezweige in einer einzigen P2P (Peer-to-Peer (P2P), von englisch peer „Gleichgestellter“, „Ebenbürtiger“) Transaktion: den Stromanbieter, den Finanzdienstleister und den Automobilhersteller. Nach dem Online-Transfer vom heimischen PC oder mittels einer speziellen App seitens der Nutzer ist die Car eWallet autorisiert, nach einem Ladevorgang Zahlungen bis zu einem bestimmten Limit eigenständig durchzuführen. Gleichzeitig kann sie Zahlungen entgegennehmen. Für die Nutzung der einzelnen Ladestation im System ist keine gesonderte Registrierung mehr erforderlich. Sobald die Verbindung zur Ladestation hergestellt ist, werden die Fahrzeugbatterien geladen und die Gebühren automatisch über die Car eWallet bezahlt.

Neben dem Car eWallet Konzept arbeiten andere Entwickler arbeiten derzeit an einer App namens „Share&Charge“. Mittels dieser sollen Besitzer von privaten Ladesäulen und E-Autofahrer zusammengebracht werden. Die Abrechnung soll wiederum unter Einsatz der Blockchain-Technologie erfolgen. Private Anbieter können ihre Ladestation im System registrieren und Nachfragern online zur Verfügung stellen. E-Autofahrer, die ebenfalls registriert sind, können dann wiederum über die App nach einer freien Lademöglichkeit suchen.

Neben der Nutzung im Kontext der Elektromobilität soll die „automobile Geldbörse“ noch weitere Funktionen erhalten. So soll es möglich sein, die Bezahlung von Autobahnmaut, Park-, sowie Car-Sharing und Lieferservicegebühren abzuwickeln. Die Automatisierung und hohe Funktionalität würden dann ebenfalls durch die Blockchain-Technologie sichergestellt.

Auch im Bereich der Elektromobilität zeigen sich die typischen, systemimmanenten Spannungsfelder:

  • Diese ergeben sich – im Wesentlichen bedingt durch die Unveränderbarkeit der Blockchain – in zivilrechtlicher Hinsicht. Kauf- und Dienstleistungsverträge können nichtig oder unwirksam sein, was die Blockchain aber nicht erkennt. Hier müsste – gerade bei der Abwicklung im Bereich von Kleinstbeträgen eine Lösung geschaffen werden, die bei Leistungsstörungen allein auf ex nunc – also für die Zukunft – wirkende Korrekturen setzt.
  • Beim Einsatz der Blockchain in technisch innovativem Kontext spielt zudem das Patentrecht eine hervorgehobene Rolle. Die Rechte der Erfinder sind zu wahren.
  • Wie immer spielen auch der Datenschutz und die Wahrung der informationellen Selbstbestimmung eine Rolle.
  • Nicht zuletzt ist die Frage zu klären, wem die Daten gehören, die über ein dezentrales Lade- und Bezahlsystem gewonnen werden. Die Möglichkeit, solche Daten im Sinne von „Big Data“ auswerten zu können, ist ein äußerst werthaltiges Gut.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass die Blockchain-Technologie sicherlich helfen kann, den dringend benötigten Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität anzuschieben und die Bezahlvorgänge im System zu vereinfachen.

Das autonome Fahren wird unsere Leben verändern, aber auch die Geschäftsprozesse vieler Unternehmen, die heute Mobilität organisieren. Was wird es also bedeuten, wenn wir Fahrzeuge nicht mehr besitzen, sondern leihen und effizient durch smarte Städte gesteuert werden? Wie wird ein Schadensfall abgewickelt, wenn kein menschlicher Zeuge mehr einen Unfall direkt beobachtet? Wie werden sich unterschiedliche Fortbewegungs-Arten miteinander kombinieren lassen ohne dass Fahrpläne und Netzauslastungen kollabieren? Und wie werden die Energie-Netze mit den dezentralen Anforderungen vieler mobiler ‚fahrender Batterien‘ zurechtkommen?

Die Arbeitsgruppe richtet einen Blick auf die Mobilitäts-Infrastruktur von morgen – und warum die Blockchain viele zwangsläufig auftretende Probleme lösen oder zumindest lindern könnte.

1) Nicht BEM-Mitglieder sind im Prinzip zugelassen. Die Bedingungen erhalten Sie auf Anfrage beim Vorstand oder beim Vorsitzenden der jeweiligen Arbeitsgruppe.

2) Die Teilnehmer der jeweiligen AG beschließen den regelmäßigen Rhythmus der Treffen.

3) Bei geschlossenen Projekten besteht die Möglichkeit sich schriftlich, unter Angabe des Grundes, zu bewerben. Über die Aufnahme entscheiden die Projektbeteiligten einstimmig.

HINWEIS: Nimmt ein Teilnehmer zum zweiten Mal in Folge nicht an einer Sitzung teil kann er als Teilnehmer von der Arbeitsgruppe entfernt werden. Eine Wiederaufnahme kann auf Antrag gewährt werden.

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