Sind Elektroautos heute schon echte Alternativen oder stehen sie noch jahrelang in ungreifbarer Ferne? Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbandes für eMobilität (BEM) hat dazu eine klare Meinung. Bei einem Rundgang auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Ende September betonte er gegenüber einer Journalistengruppe in der „Halle der Elektromobilität“: „Was Sie hier sehen, ist keine Zukunftsmusik mehr. Möglich ist Elektromobilität schon jetzt.“
Der BEM-Präsident kämpft Seite an Seite mit fast 100 Mitgliedsunternehmen für mehr Elektroautos auf deutschen Straßen und fordert zukunftsgerichtetes Denken. In den VDI-Nachrichten rechnet er vor: 47 Millionen Pkw fahren auf deutschen Straßen, 12 Millionen davon sind Zweit- und Drittfahrzeuge. Rund 80 Prozent der Fahrten gehen über relativ kurze Distanzen zwischen 20 und 50 Kilometer. Und solche Reichweiten sind für aktuelle Elektrofahrzeuge überhaupt kein Problem. „Das ist ein riesiges Potenzial für eMobilität“, unterstreicht Kurt Sigl.
Gegenüber derselben Zeitung widerlegt er zudem das Vorurteil, Elektroautos seien schwerer als solche mit Verbrennungsmotor: „Setzen Sie doch mal dagegen, was Sie alles aus dem normalen Auto herausnehmen können“, erklärt der Verbandspräsident, der selbst aus dem Bereich der Fahrphysik kommt. „Das Getriebe, die Abgasanlage, den Rußpartikelfilter. Und der Motor ist um ein Zig-faches kleiner und leichter.“
Auswahl dürften Interessenten demnächst genug haben. Renault bringt ab November 2011 allein vier Elektromodelle auf den Markt. Den flotten Twizy hat sich Sigl für das Ende des Rundgangs aufgehoben. Er steigt ein, betrachtet die Armaturen und erklärt dann: „Den will meine Frau im nächsten Jahr fahren. Der ist schon bestellt“.
Quelle: Renault “Z.E.-BLOG”









