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Kategorie: Editorial

    Tacheles

    Vor dem Hintergrund drastisch zunehmender und ökologisch bedenklicher Entwicklungen ist es an der Zeit, die vorherrschende Betrachtungsweise im Bereich Energie und Mobilität über reine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen hinaus zu erweitern. Einige relevante Player schreiben sich diesen Strukturwandel inzwischen auch auf die Fahne der Opportune, finden jedoch in ihrem Umfeld noch viel zu oft Argumentationen für genau gegenteiliges Handeln.

      Veni, vidi, vici..

      Die Herausforderung einer realistischen Mobilitäts-Umstellung auf elektrische Antriebsarten auf Basis Erneuerbarer Energien und ein generelles Umdenken in Bezug auf unsere Individualmobilität stellt uns vor komplexe Aufgaben, die nur gemeinsam mit allen relevanten Branchenteilnehmern, Wirtschaft, Politik, Verbänden, Medien und insbesondere dem Votum der Öffentlichkeit eine zeitnahe Umsetzung erfährt.

        Die Zukunft im Spiegel..

        Spieglein, Spieglein an der Wand. Wer ist der nachhaltigste im ganzen Land..? Ein Motto, das bundes- und europaweit zu Höchstleistungen anspornen könnte, wollte man es denn wirklich. Was man dabei, neben der Tatsache Gutes zu tun, Klima- und Umweltschutzpotentiale voll auszuschöpfen, Ressourcenschonung und Verminderung von zumeist politischen Abhängigkeiten und weiteren »Vorteilen« alles erreichen kann, ist vielen bereits klar. Und es wird von diesen, die verstanden haben, warum diese Maßnahmen für uns alle so wichtig sind, auch bereits angegangen. Die technologischen Voraussetzungen sind auch schon vorhanden und es bleibt die Frage, warum dann dieser Prozess nicht so richtig anlaufen will.

          On y va..?

          Los geht´s. Kommst Du..? Die französische Redewendung lädt ein, fordert auf und zeigt eindringlich, dass wir jetzt endlich aufbrechen müssen. Im Grunde geht es schon ein bisschen um ein Hinterherlaufen. Zum Beispiel hinter den Franzosen, die derzeit auf einem guten Weg in Richtung Erstmarkt sind. Aber wir sind locker und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen. Oder den Norwegern, die ebenfalls mit ihrem ambitionierten Fördermodell an der Elektromobilität ziehen. Bei den Asiaten müssen wir inzwischen schon einen Spurt einlegen. Im Klartext heißt das, wir müssen endlich anfangen sichtbar, intelligent und nachhaltig einen Gang hoch zu schalten auf dem Weg in eine Neue Mobilität.

            Nicht drängeln..?

            Mit leicht erhobener Stimme, autoritär anmutend, besserwisserisch und gleichzeitig ebenso drängelnd hört man ihn immer wieder. Den leicht aggressiven Unterton, die latente Angst selbst später zum Zug zu kommen, etwas zu verpassen. »Nicht drängeln..!« ist doch schon ein Indikator für Beharrlichkeit in der eigenen Person, der eigenen Einschätzung. Daneben existiert aber auch das ruhige, sanfte Gemüt, das mit leicht monotoner Stimme, aber ebenso wissend daherkommende und ebenso überlegene »Nicht drängeln.« in langgezogener Tonalität.

              Reicht’s denn..?

              Carlos, 31 aus Berlin fährt an 254 Tagen im Jahr morgens 7,8 km zur Arbeit. Wenn er mal krank ist natürlich etwas weniger. Mittags geht Tanja in der Kantine essen und abends fährt sie die 11 km wieder nach Hause. Manchmal, ungefähr an 26 Tagen im Jahr, fährt Susan mittags schon mal 2,8 km ins Stadtzentrum und an 12 Tagen fährt Holger im Auto seines Kollegen Heinz mit in das 3,6 km entfernte etwas bessere Restaurant am Stadtrand. Manchmal fährt Janine mit einem Umweg von ca. 2,7 km abends noch beim Supermarkt vorbei. Am Wochenende fährt Maurice mit seiner Familie meist ins benachbarte Dorf oder an den See. Der ist recht weit weg, ganze 21,8 km. Vier bis fünf mal im Jahr besuchen Martina und Kai seine Eltern in dem 26,2 km entfernten Landhaus. Meist kommen ihre Eltern aber zu ihm in die Stadt gefahren, weil Steffis Tante abends gern mal ins Theater geht. Jens fährt lange Strecken gern mit der Bahn und im Urlaub fliegt Kristin gern nach Spanien. Pascal plant ca. 32 Arbeitstage im Jahr für seinen Arbeitsweg ein.

                Oh Europa. Quo vadis..?

                Die Reise beginnt vor 211 Jahren als Alessandro Volta im Jahr 1800 die elektrische Batterie erfindet und Joseph Henry 30 Jahre später den Gleichstrommotor. Damit fing das Elektromobilitätszeitalter u.a. mit den Konstruktionen von Thomas Davidson an, der 1855 das erste batteriebetriebene Fahrzeug baute. 1881 präsentierte der Ingenieur Gustave Trouvé auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris sein elektrisches Drei-Räder-Fahrzeug mit 12 km/h Höchstgeschwindigkeit und schon 1899 stellte der Belgier Camille Jenatzy den damaligen Geschwindigkeits Weltrekord von über 105 km/h mit einem Elektroauto auf. Zur gleichen Zeit waren in New York über 90 % aller Taxen elektrisch und in London gab es sogar welche mit Wechselakku. 1912 kam dann mit der Einführung des elektrischen Starters, der das lästige Ankurbeln ersetzte und durch die höhere Reichweite der Verbrennungsmotoren das vorläufige Aus für die Elektromobilität.